ebertbad
Im Rahmen der behutsamen Weiterentwicklung des denkmalgeschützten Ebertbades entsteht ein moderner Neubau, der künftig wieder eine Gastronomie beherbergen wird. Das Projekt verbindet die historische Identität des Ortes mit einer zukunftsorientierten, ökologischen Architektur und schafft so eine überzeugende Synthese aus Bestand und zeitgenössischem Weiterbauen.
Der Neubau ist als Hybridkonstruktion konzipiert: Ein massiver, konventionell errichteter Betonkörper bildet die strukturelle Basis, während ausgewählte Gebäudeteile in nachhaltiger Holzmodulbauweise ausgeführt werden. Dieser Ansatz ermöglicht es, die Vorteile beider Bauweisen zu vereinen – Robustheit und Dauerhaftigkeit auf der einen, Ressourcenschonung und hohe Vorfertigung auf der anderen Seite. Durch den modularen Holzbau werden Bauzeit und Eingriffe in den sensiblen Bestand reduziert, während gleichzeitig hohe energetische Standards erreicht werden.
Ein extensiv begrüntes Dach trägt zur ökologischen Aufwertung des Standorts bei, verbessert das Mikroklima und fördert die lokale Biodiversität. In der Fassadengestaltung wird eine vorgehängte Keramikfassade mit Wellenstruktur eingesetzt. Diese Materialwahl nimmt Bezug auf die Geschichte des Ortes als ehemaliges Schwimmbad und übersetzt die Assoziation von Wasser in eine subtile, architektonische Struktur. Die gewählte Farbigkeit – ein abgeschwächtes Preußischblau – knüpft ebenfalls an den Bestand an und verstärkt die atmosphärische Verbindung zum Element Wasser.
Die architektonische Gestaltung insgesamt orientiert sich an der Materialität und Maßstäblichkeit des historischen Ebertbades, interpretiert diese jedoch in einer reduzierten, zeitgemäßen Formensprache. So entsteht ein Baukörper, der sich respektvoll in das Ensemble einfügt und dennoch eine eigenständige Identität entwickelt.
Die neue Gastronomie mit dem Namen „Tauchbecken“ verweist konzeptionell auf den Ort: Sie befindet sich in den Höhenbezügen unterhalb des historischen Schwimmbeckens des Ebertbades und greift diese besondere räumliche Situation programmatisch auf. Als lebendiger Treffpunkt erweitert sie das Nutzungsspektrum um einen öffentlichen, kommunikativen Raum. Innen- und Außenbereiche sind fließend miteinander verbunden und schaffen vielfältige Aufenthaltsqualitäten für Besucherinnen und Besucher.
Das Projekt steht exemplarisch für einen verantwortungsvollen Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz und zeigt, wie sich architektonische Qualität, Nachhaltigkeit und funktionale Anforderungen in einem sensiblen Kontext miteinander vereinen lassen.
Visualisierung: Grauwald studio, Berlin
Projektlaufzeit
seit 2024