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Projektlaufzeit                                                  

2018 - 2021

Baukosten / Bauvolumen                

2,0 Mio. € / 2.345 m² 

Würdigung                                                                    

Anerkennung BDA Preis Essen 2023

Anerkennung Architekturpreis der Stadt Essen 2025

Zeitpunkt der Sanierung

Der vorgefunde Schädigungsgrad und Zustand der Fassade erlaubte zum damaligen Zeitpunkt noch eine wirtschaftliche und denkmalgerechte Sanierung.

Die Schäden der Klinkerfassade, des Haupttragwerkes und der Fensteranlagen hätten sonst durch offene oder defekte Anschlussfugen im Klinkermauerwerk, im Natursteinmauerwerk und zu den Fensteranlagen, sowie durch nicht mehr intakten Dachabdichtungen und Blechabdeckungen überproportional zugenommen. Bei einer weiteren Zunahme der vorhandenen Schädigung wäre die Fassade wahrscheinlich nicht mehr in situ saniert werden können. Es bestand die Gefahr, dass Teile des Haupttragwerks und der Fassade komplett erneuert werden müssen. Die Kosten wären dabei deutlich angestiegen und eine denkmalgerechte Art der Sanierung wäre gefährdet.

Leitgedanken der Sanierung

1. Die Fassade wurde in situ saniert, das ursprüngliche Erscheinungsbild der Fassade bleibt dabei erhalten.

2. Die Bausubstanz wurde soweit wie möglich geschont, wiederverwertbaren Bestandsmaterialien wie z.B. Klinker- und Natursteine wurden wiedereingebaut.

3. Anlegen von Musterflächen zur Reinigung der Putz-, Klinker- und Natursteinflächen zur Abstimmung der Ausführungsplanung und zur frühzeitigen Einbindung der Denkmalbehörde.

4. Frühzeitge Bemusterung der eingesetzen Materialien wie neuer Klinkersteine, neuer Natursteine, neuer Holzfensteranlagen und Bitumendecklagen oder aber auch des Mörtels und der Materialien zur Fugensanierung.

Sanierung der Klinkerfassade

Das Fugennetz der Klinkerfassade wurde eingeschnitten, lose Fugen wurden entfernt und wieder eingefugt. Defekte Klinkersteine wurden ausgetauscht. Zur kraftschlüssigen Sicherung der Klinkerfassade wurden Verblendsanierungsanker in die gesamte Klinkerfläche gesetzt. Die Anker wurden in den Fugen zurückversetzt eingebaut, sodass die das Fugenbild nicht gestört wird.

In die Klinkerfassade wurden vertikale Dehnungsfugen eingeschnitten und mit einer besandeten dauerelastischen Verfugung versehen.

Die Klinker im Sturzbereich der Fenster mit Mörtelschräge wurden zurückgebaut und ein gekantetes Stahlblech wurde zur Abdichtung und Aufnahme der Sturzklinker montiert. Die Klinker im Sturzbereich mit der Mörtelschräge wurden nach altem Vorbild wieder eingebaut.

Die Mörtelschräge besteht aus einem wasserdichten vergütetem Mörtel, der Farbton und das Erscheinungsbild wurden dem ursprünglichen Bestand angeglichen.

Sanierung der Natursteinfassade

Die Fugen der Natursteinfassade wurden nachgeschnitten und lose Fugen entfernt.

Das Fugennetz wurde nach altem Vorbild wieder hergestellt, der Farbton und das Erscheinungsbild wurden dem ursprünglichen Bestand angeglichen.

Lose Natursteine wurden wieder fachgerecht gesetzt und verfugt. Defekte Natursteine wurden ausgetauscht. Neue Natursteine wurden nach altem Vorbild bemustert.

Zur kraftschlüssigen Sicherung der Natursteinfassade wurden Edelstahlrückverankerungen gesetzt. Die Anker wurden zurückversetzt eingebaut und die Bohrlöcher mit einem in Farbton und Erscheinungsbild an den Naturstein angeglichenem Mörtel verschlossen.

Die Natursteine der Attika wurden durch Edelstahlrückverankerungen gesichert. Im Zuge der vorlaufenden Sicherungsmaßnahmen seitlich gelagerte Attikasteine wurden wieder eingebaut.

Sanierung Haupttragwerk

Das Haupttragwerk der Fassade besteht aus einem Betonskelett (Achse 1-9) und einem Stahlskelett (Achse 10-16). Das gesamte Tragwerk war zu überprüfen und nach Erfordernis zu sanieren. Dazu musste die Klinkerfassade geöffnet und nach Abschluss der Sanierung wieder geschlossen werden. Dabei wurde die Klinkerfassade nach altem Vorbild wieder hergestellt. Das Öffnen und Wiederherstellen der Klinkerfassade wurde im Pilgerschrittverfahren abschnittsweise von oben nach unten durchgeführt.

Das freigelegte Betonskelett wurde saniert und dauerhaft wieder hergestellt. Das freigelegte Stahlskelett wurde gereinigt, Korrosion und Altanstriche wurden entfernt. Die gesamte Konstruktion erhielt einen dauerhaften Korrosionsschutzanstrich.

Holzfensteranlagen

Die Holzfenster wurden nach Erfordernis partiell saniert und Wetterschenkel oder partielle Rahmenteile ersetzt. Verbleibende Fenster erhielten einen neuen Anstrich nach altem Vorbild. Die Anschlussfugen zum Mauerwerk bzw. zum Naturstein wurden erneuert. Neue Fenster wurden nach dem alten Erscheinungsbild konstruiert und gefertigt.

Fotos: Thomas Mayer, Neuss

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