architekturpreis der stadt essen 2025
Wir freuen uns sehr, dass unser Projekt „Denkmalgerechte Sanierung der Essener Hauptpost“ beim Essener Architekturpreis 2025 mit einer Anerkennung ausgezeichnet wurde.
Diese Auszeichnung bedeutet uns als Essener natürlich viel. Wir sehen diese nicht nur als Bestätigung unserer Arbeit, sondern auch als Signal für die Relevanz eines Themas, das uns seit vielen Jahren begleitet: das Weiterbauen im Bestand. Dass die Jury ausdrücklich nachhaltige Umbauten und Transformationen würdigt, ist ein wichtiges Zeichen für eine zukunftsfähige Baukultur unserer Heimatstadt.
Die Essener Hauptpost ist ein komplexes, historisch gewachsenes Gebäudeensemble aus den Jahren 1924 bis 1933, dessen charakteristische Fassaden aus Klinker- und Naturstein das Stadtbild bis heute prägen . Ziel unserer Sanierung war es, diese Identität zu bewahren und gleichzeitig die bauliche Substanz dauerhaft zu sichern.Im Mittelpunkt stand dabei die denkmalgerechte Instandsetzung der Fassaden – mit einem klaren Leitgedanken: so viel Bestand wie möglich erhalten. Die Sanierung erfolgte konsequent in situ, sodass das ursprüngliche Erscheinungsbild erhalten bleibt. Gleichzeitig konnten zahlreiche Materialien wie Klinker- und Natursteine ausgebaut, aufgearbeitet und wiederverwendet werden .
Diese Haltung, die Wertschätzung des Vorhandenen als Ressource, war für uns nicht nur eine technische oder gestalterische Entscheidung, sondern ein bewusster Beitrag zu nachhaltigem Bauen.
Besonders gefreut hat uns daher die Einschätzung der Jury, formuliert von Frau Prof. Jutta Albus, die genau diesen Ansatz hervorgehoben hat. Die Anerkennung der Wiederverwendung von Baumaterialien im Rahmen der Fassadensanierung bestätigt uns in unserer Überzeugung, dass ressourcenschonendes Bauen im Bestand ein zentraler Bestandteil zeitgemäßer Architektur ist.
Ein Projekt dieser Größenordnung ist nur im Team möglich. Unser besonderer Dank gilt daher vor allem den ausführenden Handwerkerinnen und Handwerkern, deren Erfahrung, Sorgfalt und Materialkenntnis maßgeblich zum Gelingen beigetragen haben. Gerade im Denkmalschutz ist die Qualität der Ausführung von zentraler Bedeutung, es erfordert ein tiefes Verständnis für historische Materialien, Konstruktionen und Techniken. Als Architektinnen und Architekten sind wir auf dieses Wissen und die präzise handwerkliche Umsetzung angewiesen. Erst im engen Zusammenspiel von Planung, Denkmalschutz und qualifiziertem Handwerk wird es möglich, den Bestand respektvoll zu erhalten und zugleich zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Wir danken der Jury für die wertschätzende Würdigung unserer Arbeit und für den klaren Fokus auf nachhaltige Transformationsprojekte. Die Anerkennung ist für uns Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen: Bestehendes weiterdenken, Ressourcen verantwortungsvoll einsetzen und Architektur im Dialog mit ihrer Geschichte entwickeln.
Wir gratulieren unseren Kollegen von planinghaus architekten BDA, edoo architects GmbH, sehw architektur GmbH und Prof. Georg Ruhnau herzlich zu ihren Auszeichnungen.
Es ist uns eine Ehre, im Kreise dieser Büros genannt zu werden.